In der Steueroase Zug – und das ist kein Witz – hat die Feuerwehr eine Arbeitsgruppe gebildet, um preisgünstigen Wohnraum für freiwillige Feuerwehrleute zu schaffen. Die Verdrängung Alteingesessener durch gut verdienende Zuzüger:innen, die die Feuerwehrsprache Schweizerdeutsch nicht verstehen, geht so weit, dass dieser vitale Service Public auszubluten droht.

Es gäbe zwar viele internationale Einwohner, Frauen wie Männer, die sich für die freiwillige Feuerwehr melden würden, um sich besser zu integrieren. Sie können aber wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht in den Dienst aufgenommen werden. Es tönt nach einem Szenario dürrenmatt’scher Dimension: Das superreiche Schweizer Städtchen, das abbrennt, weil die Feuerwehr verwaist ist oder sich ein jämmerliches Rest-Häufchen in babylonischer Verwirrung gegenseitig mit Wasser bespritzt anstatt die Flammen zu löschen.
Die Zuger Feuerwehrkrise ist die jüngste Episode in einem Trauerspiel, das sich schweizweiter Steuerwettbewerb zwischen Kantonen und Gemeinden nennt. Das kollektive Rennen in die steuerliche Feuerhölle, das fast nur Verlierer:innen kennt, spitzt sich immer weiter zu, ohne dass jemand eingreift.
Es ist ein Teufelskreis, der sich automatisch von Jahr zu Jahr verstärkt. Grosse Einkommen und hohe Erbschaften verlagern sich rasch in Niedrigsteuer-Kantone und -Gemeinden. Wodurch sich diese bestätigt sehen, dass ihre Strategie aufgeht. Was an ohnehin privilegierten Orten zu stets weiteren Steuersenkungen führt.
Umgekehrt bleiben dem Gros der ehemaligen Wohngemeinden von Super- und Neureichen nur, die erlittenen Ausfälle mit Hilfe von Steuererhöhungen zu kompensieren, um ihre Kosten zu decken. Der Bund schaut tatenlos zu, ja, lobt sogar dieses Treiben, das die Schweiz sozial polarisiert, eine hässliche Neidkultur befördert und die öffentlichen Kassen ausplündert. Denn in der Summe kennen die Steuereinnahmen nur eine Richtung: abwärts.
Nachdem die Schweiz ihre Unternehmenssteuern nach aussen, mit der OECD, harmonisiert hat, sollte sie dasselbe in Innern tun, zwischen Kantonen und Gemeinden. Wer unternimmt den ersten Schritt?
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